Was ist evangelisch-freikirchlich?

Wir nennen uns ”evangelisch”, weil wir das Evangelium von Jesus Christus, wie es die Bibel bezeugt, als alleinige Richtschnur unseres Lebens ansehen. Auf dieser Grundlage fühlen wir uns mit allen übrigen Christen verbunden.

Wir nennen uns ”freikirchlich”, weil das Prinzip der Freiwilligkeit einen besonderen Stellenwert hat.

Wer zur Gemeinde gehören will, tut dies aufgrund der persönlichen Glaubensentscheidung für Jesus Christus. Er bekundet diesen Schritt nach biblischem Vorbild durch die Taufe. Deshalb nennen wir uns auch ”Baptisten”, nach dem griechischen Wort für ”Taufe”. Der baptistische Weltbund ist eine der größten evangelischen Kirchen. 

Außerdem verzichtet die Gemeinde auf Kirchensteuer und bestreitet ihren Haushalt nur aus freiwilligen Spenden ihrer Mitglieder und Freunde.

Zur Geschichte...

Den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) gibt es seit 1942. In ihm sind zwei Gemeindebewegungen vereint: die Baptisten und die Brüderbewegung. Zum BEFG gehören heute über 930 Gemeinden und Zweiggemeinden mit rund 88.000 Mitgliedern.

Die erste Baptistengemeinde in Deutschland wurde 1834 von dem Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800 bis 1884) gegründet. Er hatte sich zuvor zusammen mit sechs Freunden von einem baptistischen Theologieprofessor aus Amerika in der Elbe taufen lassen. 1849 wurde ebenfalls in Hamburg der Bund der Baptistengemeinden gegründet.

Baptistengemeinden gibt es bereits seit 1607. Die Gründung erfolgte durch Engländer in Holland, die in ihrer Heimat wegen ihrer religiösen Überzeugungen verfolgt wurden. Den Namen ”Baptisten” (griechisch: Täufer) erhielten sie von Gegnern, weil sie aufgrund ihres Bibelverständnisses die Kindertaufe ablehnten und statt dessen die Gläubigentaufe praktizierten.

Die ”Brüderbewegung” entstand im 19. Jahrhundert in England. Dort wollten Christen eine vom Geist Gottes geprägte Gemeinschaft bilden, um ohne organisatorische Fesseln oder ein Kirchendach die Einheit der einen Kirche Jesu Christi zu praktizieren. In Deutschland entstanden solche Gemeinden seit 1843 in Württemberg und im Rheinland. Hauptmotor war der Verleger Carl Brockhaus in Elberfeld. Er gründete die ”Christliche Versammlung”. Bekannt wurde Brockhaus als Herausgeber der wortgetreuen ”Elberfelder Übersetzung” der Bibel. Die Brüdergemeinden feiern jede Woche das Abendmahl und kommen weithin ohne hauptamtliche theologische Mitarbeiter aus. Neben den im BEFG organisierten Brüdern gibt es eine größere Anzahl, die keine oder nur lose Kontakte zu anderen Christen unterhält. Die Brüdergemeinden bilden heute innerhalb des Bundes eine Arbeitsgemeinschaft mit über 100 Gemeinden und fast 9.000 Mitgliedern.